Schwarzkümmel

 

Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine Pflanze, die zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae) gehört. Der Schwarzkümmel stammt ursprünglich aus Kleinasien und wird heute in Nordafrika, Vorderasien und Südosteuropa angebaut. Das trockenheisse Klima und der sandige Boden dieser Länder bieten der Schwarzkümmelpflanze die idealen Wachstumsvoraussetzungen. Der ägyptische Schwarzkümmel, der für Heilzwecke am bessten geeignet ist, wird inmitten der Arabischen Wüste in ausgedehnten Oasen angebaut.

Samen des Segens

Diese Heilpflanze hat eine erstaunliche Geschichte hinter sich und wurde seit über 2'000 Jahren sowohl zum Kochen als auch für gesundheitliche Zwecke angewandt.

Der heilige Prophet Mohammed sagte in einem Hadith (Schreiben): „Der Schwarzkümmel heilt alles, ausser den Tod.“

Nigella-Samen wurden im Grabmal des Tutenchamun gefunden und ebenso wurde das Schwarzkümmelöl (neben anderen pflanzlichen Stoffen) angeblich von Kleopatra, zur Erhaltung ihrer Schönheit angewandt.

Wenn man den alten Überlieferungen Glauben schenken kann, streuten sich schon die alten Ägypter vor 4000 Jahren Schwarzkümmelsamen auf ihre Fladenbrote. Auch in der Bibel wird Schwarzkümmel unter dem Namen Ketzah als vielseitig verwendbares Gewürz erwähnt. Der antiken Naturheilkunde ist er ebenfalls bestens bekannt: So bezeichnet ihn Hippokrates als melanthion (Schwarzblatt) oder melanospermon (Schwarzsame).

Dioscorides, ein griechischer Arzt aus dem 1. Jahrhundert, hat die Verwendung von Schwarzkümmelsamen zur Bekämpfung von Darmparasiten, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Nasenverstopfung und Zahnschmerzen aufgezeichnet.

Avicenna (Ibn Sina), Verfasser der berühmten ärztlicher Abhandlung „Das Kanon der Medizin“, bezeichnete den Schwarzkümmel als den „Samen, der die Körperliche Energie anregt und die Erholung nach der Müdigkeit ermöglicht“.

Gewinnung des Öls

Geschnitten wird vor Sonnenaufgang, um das Feuchtwerden durch Morgennebel oder Tau zu verhindern. Die abgemähten Pflanzen werden zum Trocknen in grossen Bündeln auf saubere Tücher gelegt. Anschließend wird der Samen ausgedroschen, in Säcke gefüllt und zur Ölmühle transportiert. Neben Nigella sativa gibt es noch eine Reihe weiterer Schwarzkümmelarten, die jedoch keine Bedeutung als Heilpflanzen haben und sogar giftig sein können. Vor allem ist der ägyptische Schwarzkümmel nicht mit dem indischen Kreuzkümmel (Cuminus) oder mit dem bei uns bekannten Kümmel (Carum carvi) zu verwechseln. Aus den Samen gewinnt man durch Kaltpressung ein prächtig golden gefärbtes Öl.

Verzehrsempfehlung

Schwarzkümmelöl wird als Nahrungsergänzung empfohlen. Es ist ausgezeichnet verträglich und daher auch für Kinder sehr gut geeignet. Es kann sogar zum Kochen verwendet werden. 

Schwarzkümmelöl sollte über einen Zeitraum von etwa 3 - 6 Monaten bei einer Dosierung von 4 x täglich 10 Tropfen oder 2 x täglich 20 Tropfen reinem Schwarzkümmelöl eingenommen werden.

Zu Beginn der Einnahme kann gelegentlich leichtes Aufstossen auftreten, das aber nach längerer Einnahmedauer verschwindet. Eine Besserung dess Wohlbefindens tritt oft bereits nach wenigen Tagen ein.

Inhaltsstoffe

Schwarzkümmelöl enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die aufgrund ihrer Doppelbindungen mit anderen Stoffen neue Verbindungen eingehen können und so für zahlreiche Lebensfunktionen eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind essentiell, d.h. sie müssen dem Körper von aussen zugeführt werden und sind insbesondere für Zellmembranen und Zellatmung wichtig. Sie sind beteiligt an der Bildung der so genannten Prostaglandine, hormonähnlichen Substanzen, die auf den Ablauf vieler Körperfunktionen, wie Gehirnleistung, Nervenleitung, Freisetzung von Transmittern und Botenstoffen, Senkung des Blutdrucks, Aktivierung des Immunsystems, Hemmung allergischer Prozesse und Entzündungen, Erweiterung der Bronchien, weibliche Sexualhormone und Hormonsekretion allgemein regulierend einwirken. Schwarzkümmel enthält 0,5-1% ätherisches Öl, was neben der antioxidativen Wirkung, antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften den würzigen Geruch und Geschmack ausmacht. Dazu den Bitterstoff Nigellin, von dem man noch nicht sicher weiss, ob es sich um ein Alkaloid (stärkste bekannte Pflanzengifte) handelt und das Saponin Melanthin, einer Stoffgruppe, der allgemein sekretlösende, reinigende und austreibende Wirkungen zugesprochen werden.

In den USA wurde Schwarzkümmel bereits empirisch erforscht. So im Institut Hilton Head Island in South Carolina, wo den Wissenschaftlern der Nachweis gelang, dass das Öl unter anderem immunregulatorisch und entkrampfend wirkt. Ausserdem soll das Öl die Bildung von Knochenmarkszellen anregen, allgemein Körperzellen vor Viren schützen und sogar Tumorzellen zerstören können.

Erfahrene Naturheilkundler in unserem Sprachraum schreiben den Inhaltsstoffen des Schwarzkümmels ein überaus breites Wirkungsfeld zu:

Beta-Karotin (Provitamin A) wichtig für Haut, Haare, Sehvermögen, Schleimhäute, Zellschutz, Abwehrkräfte.

Biotin gut für Haare, Haut, Nägel, Stoffwechsel von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten. Folsäure wichtig für: Zellstoffwechsel, Haut, Schleimhäute, Wachstum, Blutbildung, Knochen, Haarwachstum. Der Mangel an Folsäure führt zu Blutarmut. Auch hieran ist ein immunologischer Vorgang entscheidend beteiligt.

Magnesium gut für Nerven-, Herz- und Muskelfunktion, Enzymaktivität. Magnesium ist überdies ein wichtiges Element, das bei allen schnell ablaufenden energetischen Prozessen der Zelle benötigt wird. Magnesium aktiviert ungefähr 300 Enzyme im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweissstoffwechsel und die körpereigenen Abwehr.

Selen wichtig für Zellschutz, Schwermetallentgiftung, Haut, Haare.

Vitamin B1 wichtig für Nerven, Gedächtnis, Kohlenhydratstoffwechsel, Herz, seelisches Gleichgewicht.

Vitamin B2 wichtig für Haut, Schleimhäute, Energieproduktion aus Nährstoffen wie Eiweiss, Fett und Kohlenhydraten, Blutbildung, Wachstum, Leistungsfähigkeit.

Vitamin B6 wichtig für Nerven, Haut, Abwehrkräfte, Eiweissstoffwechsel, Schleimhäute. Ebenfalls für Frauen die die Pille nehmen.

Vitamin C wirkt positiv auf die Abwehrkräfte und den Zellschutz aus, Eisenverwertung, Bindegewebe, Zähne, Knochen.

Vitamin C hat seine Hauptwirkung in der Radikalemfängereigenschaft zum Schutze zellulärer Funktionen. Die Zeichen von Vitamin-C-Mangel deuten auf eine starke Herabsetzung der Immunabwehr hin.

Vitamin E ebenfalls wichtig für Zellschutz, Haut, Herzmuskelgefäße, Schleimhäute, Schutzfaktor für ungesättigte Fettsäuren, Leberschutz. Ein Mangel an Vitamin E führt zur vermehrten Verklebung der Blutplättchen und zu einer Veränderung der Fliesseigenschaften des Blutes.

Zink wichtig für: Haut, Haare, Keimdrüsenfunktion.

Das native, kaltgepresste Öl dieser Samen weist unter anderem einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie vor allem der Linolsäure auf, aus der im Körper durch ein Enzym die Gamma- Linolen- und die Arachidonsäure entstehen. Über die Zufuhr dieser ungesättigten Fettsäuren (sie sind essentiell, d.h. lebensnotwendig und müssen unserem Körper mit der Nahrung zugeführt werden) erfolgt in unserem Organismus die Synthese hormonähnlich wirkender, immunregulatorischer Stoffe, der sogenannten Prostaglandine. Aus der Gamma-Linolensäure, welche die Zellmembranen stabilisiert, entsteht das Prostaglandin E1, das wiederum stark entzündungshemmend wirkt und allergische Reaktionen hemmt. Es stabilisiert ausserdem die übersteigerte T-Zellfunktion des Allergikers und unterdrückt die gesteigerte Immunreaktion der B-Zellen.

Aus der Arachidonsäure entsteht das Prostaglandin E2, welches zusätzlich stark bronchienerweiternd wirkt, was beim allergischen Asthma von Nutzen ist.

Aromatherapeutische Anwendung

Das Schwarzkümmelöl ist in der Aromatherapie, insbesondere zur Besserung des Zustands von Haut und Haaren, aber auch als Trägeröl bei traditionellen Massagen, vielseitig einsetzbar.

Es ist ein gehaltreiches Öl, dennoch mit einer leichten, seidigen Konsistenz, die ein wundervoll genüssliches Hautgefühl hinterlässt und bei der Gesichtsreinigung schnell einzieht.

Trotz der tiefgründigen feuchtigkeitsspenden Wirkung, hinterlässt es keine fettigen Rückstände auf der Haut.

In der Aromatherapie eingesetzte Pflanzenöle haben meist keinen deutlichen Eigengeruch.

Doch gemeinsam mit unbehandeltem Avocado- und Weizenkeimöl, bildet der Schwarzkümmel eine Ausnahme.

Es hat einen ausgeprägten, aber nicht unangenehmen, leicht ärztlichen und würzigen Geruch. Aber seine zahlreichen gesundheitlichen Vorzüge gleichen das mehr als genügend aus.

Meistens wird aber durch Beigabe weiterer ätherischer Öle zum Schwarzkümmel, sein einmaliger Duft sofort überdeckt.

Das Schwarzkümmelöl hat einen besonders hohen Gehalt an ungesättigten und essentiellen Fettsäuren und ist dadurch das perfekte Hautnahrungsmittel. Es nährt, lindert und erweicht trockne Haut und verbessert das Hautbild bei Ekzemen, Psoriasis, Dermatitis und Akne.

Dieses Öl ist die optimale nächtliche Gesichtsbehandlung und kann bei regelmässiger Anwendung das allgemeine Wohlbefinden der Haut verbessern, ihre Straffheit und ihre Geschmeidigkeit steigern.

Manche Forscher behaupten sogar, es hätte eine Antifaltenwirkung, na wenn das kein schöner Bonus ist!

Doch nicht nur für das menschliche Wohlergehen – auch im Tierreich hat Schwarzkümmel seine Freunde im Gesundheitswesen gefunden. So werden nicht nur in Ägypten, wo die Schwarzkümmelanwendung bei Tieren bereits eine lange Tradition hat, sondern auch in Europa viele Tierkrankheiten mit Schwarzkümmel behandelt. Dabei wird Schwarzkümmelsamen dem Tierfutter beigemischt, das Öl wird äusserlich und innerlich angewendet, um so das Immunsystem zu stärken.

Köstlichkeit für Feinschmecker

Darüber hinaus ist Schwarzkümmel eine Köstlichkeit für Feinschmecker. Fleischgerichte werden aufgewertet, indem man das Fleisch in Öl – (am besten Olivenöl) - anbrät und zusätzlich etwas Schwarzkümmelöl in die Pfanne gibt. Dem Salatdressing Schwarzkümmel beigemischt, ergibt einen aromatischeren Geschmack und ist obendrein auch noch gesünder. In Salz und Essig eingelegtes Gemüse wird durch ein paar handvoll beigemischte Schwarzkümmel länger haltbar (antibakterielle Wirkung des Schwarzkümmels).

Wo hilft Schwarzkümmel?

 

Beschwerden

 

Anwendungsform

Akne

Öl, Kapseln, Einreibung

Allergien

Öl, Kapseln, Teeaufguss, Inhalation

Asthma

Öl, Kapseln, Teeaufguss, Inhalation, Spezialrezeptur

Augenschmerzen

Kompressen

Blähungen

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Bluthochdruck

Öl, Spezialrezeptur

Bronchitis

Öl, Kapseln, Teeaufguss, Inhalation, Spezialrezeptur

Burnout

Öl, Kapseln

Darmpilze

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Depression (leicht, mittel, schwer)

Öl, Kapseln

Ekzeme, Hautausschläge

Öl, Kapseln, Einreibung, Spezialrezeptur

Erkältungskrankheiten

Öl, Kapseln, Teeaufguss, Inhalation

Gallenblasenprobleme

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Gelenkschmerzen

Öl, Kapseln, Einreibung

Hämorrhoiden

Einreibung

Hautparasiten

Spezialrezeptur

Hautpilze

Öl, Kapseln, Einreibung

Husten

Öl, Kapseln, Teeaufguss, Inhalation, Spezialrezeptur

Impotenz

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Insektenanfälligkeit

Öl, Kapseln, Inhalation

Insektenstiche

Spezialrezeptur

Konzentrationsschwäche

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Kopfschmerzen

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Magen-Darm-Beschwerden

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Müdigkeit

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Neurodermitis

Öl, Kapseln, Einreibung

Nierensteine

Kompressen, Spezialrezeptur

Ohrenschmerzen

Ölsud

Psychische Erkrankungen

Öl, Kapseln

Schlafstörungen

Teeaufguss

Schuppenflechte

Öl, Kapseln, Einreibung

Tumorerkrankungen

Öl, Kapseln, Spezialrezeptur

Wundheilung

Einreibung

Zahnfleischentzündungen

Einreibung